Verhinderung von Erektionsstörungen bei Diabetikern [07.04.06]
Der Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Volkserkrankungen in den Industriestaaten. Spätkomplikationen der Erkrankung, wie z. B. Schädigung von Augen, Nieren und Blutgefäßen, sind von enormer gesundheitlicher und ökonomischer Bedeutung. Zusätzlich zu den potentiell lebensbedrohlichen Folgeerscheinungen sind etwa 60 bis 70% der Diabetiker (insbesondere Typ II Diabetiker) von einer Erektionsstörung bedroht oder bereits betroffen. Die Aufklärung über Erektionsstörungen im Zusammenhang mit der Diabeteserkrankung hinkt hinter den Informationen bezüglich der anderen Spätschäden her.
Im vergangenen Monat sind zwei Arbeiten erschienen, die sich speziell mit der Behandlung Diabetes-induzierter Erektionsstörungen befassen.
In der ersten Arbeit, konnten Zhang und Kollegen (1) an zwei Tiermodellen mit Diabetes mellitus und Erektionsstörungen zeigen, dass die Gabe von Testosteron die Regelstoffe für die Erlangung einer Erektion im Penisgewebe normalisiert und das Ansprechen auf Sildenafil (Viagra®) deutlich verbessert.
In einer weiteren Arbeit zeigten Rosenthal und Kollegen (2) bei 24 Patienten mit Diabetes mellitus, niedrigen Testosteron Blutwerten und Sildenafil (Viagra®) versagen, ein 92%iges Ansprechen auf die Kombination von Testosteron und Sildenafil (Viagra®).
Unsere Meinung: Beide Arbeiten belegen unserer Meinung nach die gesteigerte Effektivität der Kombinationstherapie von Testosteron und Phosphodiesterase-5 Hemmern (z. B. Viagra®) zur Behandlung von Erektionsstörungen bei Patienten mit Diabetes mellitus. Weiterhin sehen wir in diesen Arbeiten eine Bestätigung unseres Konzeptes der frühzeitigen Untersuchung von Diabetikern, hinsichtlich der Entwicklung einer Erektionsstörung. Unser Ansatz geht davon aus, dass bei Diabetikern bereits vor dem Auftreten der Erektionsstörungen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden können, um die Entstehung der Erektionsstörung zu verhindern.
Sollten sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, setzen sie sich bitte direkt mit
PD. Dr. med. Wolf-D. Beecken in Verbindung, oder rufen sie uns an (069 920 20 60).
Literatur:
1 Zhang XH. Et al., J Sex Med. März 2006, Seite 253 – 264.
2 Rosenthal BD. Et al., März 2006, Seite 571 – 574.
